Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit, um stimmungsvolle Fotos zu machen. Er bietet eine Unzahl fotogener Motive – bunt gefärbte Wälder, Pilze, Eicheln, Bucheckern, Kastanien – um nur ein paar zu nennen. In diesem Artikel gebe ich dir als Fotografie-Anfänger ein paar Tipps, wie du mit ein paar Tricks noch schönere Herbstfotos machen kannst.

Wo finde ich die Pixel-Maße

Mit einer weit geöffneten Blende können wir den Hintergrund richtig schön verschwommen darstellen und so unser Hauptmotiv gut vom Hintergrund abheben. Besonders nett wirkt das, wenn sich der Hintergrund farblich sehr stark absetzt (erstes Bild), farblich ähnlich ist (viertes Bild) oder Lichtpunkte im Hintergrund ein wunderschönes Bokeh ins Bild zaubern (zweites und drittes Bild).

Tipp: Wenn du mehr über die Blende erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel Die Blende!

Tipp: Bei diesen kleinen Motiven ist es wichtig, dass du dich auf “Augenhöhe” begibst! Besonders gut geht das natürlich mit Kameras, die über ein schwenkbares Display verfügen – sonst hilft es nichts – einfach auf den Boden legen!

Und so gehst du vor:

  1. Suche dir ein Motiv, z.B. ein buntes Blatt, einen Pilz, eine Buchecker oder ähnliches.
  2. Überlege zunächst, wie du dein Motiv in Szene setzen möchtest. Gibt es eine schöne Farbe im Hintergrund, die zu deinem Motiv passt oder aber im Kontrast dazusteht? Können Lichtpunkte im Hintergrund ein Bokeh erzeugen?
  3. Stelle deine Kamera für diese Aufgabe in den halbautomatischen Modus A oder AV (je nach Kamerahersteller). Dann stellst du eine möglichst weit geöffnete Blende ein (also eine kleine f-Zahl). Die Kamera übernimmt jetzt die Einstellung der Belichtungszeit, das funktioniert in freier Natur ganz gut. Außerdem fotografieren wir ja unbewegliche Motive, da spielen etwas längere Belichtungszeiten keine Rolle.
  4. Platziere die Kamera so, dass du das Motiv “auf Augenhöhe” ablichten kannst. Wenn du kurze Belichtungszeiten hast, kannst du aus der Hand fotografieren, ich empfehle aber ein Stativ oder einen Bohnensack zu verwenden. Wenn du das nicht hast – kein Problem! Ein Kirschkernkissen, Rucksack und sonst eine feste Unterlage reicht hier auch aus.
  5. Kontrolliere, ob der Fokus richtig sitzt und mache eine Aufnahme.
  6. Sieh dir das Foto anschließend an und zoome ruhig einmal hinein. Nur so kannst du erkennen, ob die Tiefenschärfe bei der geöffneten Blende ausgereicht hat, dein Motiv scharf darzustellen. Sollte es noch nicht ganz passen, kannst du die Blende etwas schließen oder den Abstand zum Motiv vergrößern.
  7. Wiederhole die Schritte so lange, bis du mit deinem Foto zufrieden bist!

TIPP 2: Wechsele deine Position

Wenn du ein Motiv gefunden hast, probiere verschiedene Blickwinkel aus. Gehe dazu um dein Motiv herum und überlege dir, welche Position wohl am besten aussehen könnte, welcher Hintergrund am schönsten ist, wie du “die schönste Seite” des Motivs zeigen kannst. Manchmal wirkt es auch gut aus einem ganz anderen Blickwinkel zu fotografieren, also z.B. von oben auf das Motiv sehen oder von unten – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, probiere es einfach aus!

Bei meinem Herbstspaziergang letzte Woche bin ich auf einen Pilz zugelaufen, der zwar schon etwas “angefressen” aussah aber als herbstliches Motiv trotzdem sehr gut geeignet war. Daher habe ich mich sofort auf den Boden begeben und das erste Foto gemacht. Es gefällt mir ganz gut, was man aber aus dieser Perspektive überhaupt nicht sieht – da steht noch ein zweiter Pilz direkt daneben! Und außerdem ging es auf der anderen Seite des Pilzes etwas bergab, so dass ich die Kamera-Position so wählen konnte, dass ich einen etwas schöneren Hintergrund hatte. Manchmal sind es nur kleine Details, die das Foto etwas besser machen.

Der riesige Fliegenpilz auf Bild 3 und 4 hatte einen relativ “geraden” Hut, deshalb eignete er sich auch hervorragend für Aufnahmen von oben. Durch den geraden Hut liegt fast das gesamte Motiv in einer Ebene und ich musste nicht mit der Tiefenschärfe kämpfen. Außerdem habe ich hier jeweils nur einen Ausschnitt gewählt und nicht das ganze Motiv dargestellt – auch das kann weitere Akzente setzen.

TIPP 3: SETZE FARBLICHE KONTRASTE EIN!

Der Herbst bietet eine wahre Vielfalt von Farben – und das solltest du auch bei deinen Fotos berücksichtigen. Kennst du den Farbkreis, der in dem Bild dargestellt ist? Dieser kann dir nämlich helfen, besonders interessante Farbkombinationen zu wählen.

Besonders gut wirken dabei Farben, die auf gegenüberliegenden Seiten des Farbkreises liegen. Also zum Beispiel rot und grün, magenta und hellgrün, blau und gelb oder hellblau und orange. Manchmal sind diese Gegensätze schon in einem einzigen Blatt vorhanden – suche diese Farbkontraste und halte sie in deinen Fotos fest!

@ klesign, www.fotolia.de

TIPP 4: ACHTE AUF DIE DETAILS

Herbstfotos von ganzen Landschaften, Seen, Laubwäldern sind sehr beeindruckend, keine Frage. Aber hast du auch schon mal daran gedacht, die Kleinigkeiten einzufangen? Einfach mal die Details zu zeigen, die man normalerweise nicht sieht?

Das kann die Maserung eines Blattes sein, der kleine Hut einer Eichel oder eine Buchecker. Suche nach kleinen, herbstlichen Details und setze diese dann richtig gut in Szene – auch das kann gute Herbstfotografie sein!

Es gibt natürlich noch wahnsinnig viele weitere Tipps für gute Herbstfotos – aber alle Tipps dieser Welt können dir nicht weiterhelfen, wenn du nicht einfach losgehst und fotografierst! “Ach, das Wetter ist nicht so gut”, “ich weiß überhaupt nicht, was ich fotografieren soll” oder auch “ich kann ja eh nicht so gut fotografieren” – das sind alles faule Ausreden! Nur durch regelmäßiges Ausprobieren wirst du besser, als schnapp dir deine Kamera und zieh’ los! Ich wünsche dir viel Spaß dabei!