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Nachdem wir uns in Teil 1 meiner Grundlagenserie die Belichtung und in Teil 2 die Blende angesehen haben, werde ich dir in diesem Artikel die Belichtungszeit erklären. Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange das Licht auf den Sensor fällt. Dafür wird für eine meist sehr kurze Zeitspanne der Verschluss der Kamera geöffnet.

 

In diesem Artikel sehen wir uns an:

  • Was genau man unter der Belichtungszeit versteht
  • Welche Auswirkungen die Belichtungszeit auf unsere Fotos hat
  • Welche Belichtungszeiten typischerweise angeboten werden
  • Wonach die Belichtungszeit ausgewählt wird
  • Worauf bei langen Belichtungszeiten zu achten ist
  • Wie man die Belichtungszeit einstellt

 

WAS VERSTEHT MAN UNTER DER BELICHTUNGSZEIT?

HINWEIS: Die Begriffe “Verschlusszeit” und “Belichtungszeit” werden übrigens weitestgehend synonym verwendet.

Die Belichtungszeit bestimmt für welchen Zeitraum Licht auf den Sensor fällt. Der Verschluss der Kamera wird für diesen Zeitraum geöffnet und macht so den Weg zum Sensor frei. Je länger der Verschluss geöffnet ist, umso mehr Licht steht für das Bild zur Verfügung. Dieses Prinzip hat einerseits Auswirkungen auf die Lichtmenge und somit die Helligkeit des Fotos. Andererseits hat es aber auch Auswirkungen auf die sogenannte “Bewegungsunschärfe”.

 

WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT DIE BELICHTUNGSZEIT AUF MEIN BILD?

Wenn man ein bewegtes Motiv aufnimmt und eine kurze Belichtungszeit wählt (also z.B. 1/1000 s), ist das bewegte Motiv gestochen scharf dargestellt, sofern der Fokus korrekt gesetzt wurde. Wählt man aber eine lange Belichtungszeit (also z.B. 1/15 s), bewegt sich das Motiv während der Aufnahme weiter und kann nicht mehr scharf dargestellt werden.

Das nutzen viele Fotografen, um ihre Aufnahmen kreativ zu gestalten. So kann man z.B. Wasser verwischen, so dass es fast mystisch aussieht oder auch Autolichter als Linien darstellen.

Kurze Belichtungszeit Fußball

Mit einer kurzen Belichtungszeit ist sogar der Aufdruck auf dem Fußball lesbar.

Mit einer kurzen Belichtungszeit ist sogar der Aufdruck auf dem Fußball lesbar.

Lange Belichtungszeit Fußball

Bei einer langen Belichtungszeit sind Ball und Fuß nicht scharf.

Bei einer langen Belichtungszeit sind Ball und Fuß nicht scharf, weil sich Spieler und Ball während der Aufnahme bewegt haben.

Kurze Belichtungszeit Wasserfall

Bei einer kurzen Belichtungszeit sind einzelne Wassertropfen zu erkennen.

Bei einer kurzen Belichtungszeit sind einzelne Wassertropfen zu erkennen.

Lange Belichtungszeit Wasser

Die lange Belichtungszeit lässt das Wasser verwischt aussehen.

Die lange Belichtungszeit lässt das Wasser verwischt aussehen.

WELCHE BELICHTUNGSZEITEN BIETET DIE KAMERA?

Die meisten Kameras bieten Belichtungszeiten an, die sich von einer Stufe zu nächsten ungefähr verdoppeln bzw. halbieren. Manchmal wird dann noch etwas gerundet, wenn der Wert sonst unhandlich werden würde. Eine typische Reihe von Belichtungszeiten zeige ich dir in dem nächsten Bild, in der blauen Zeile siehst du die tatsächliche Dauer der Belichtung in Sekunden, in der jeweiligen Zeile darunter habe ich den Wert aufgeführt, der typischerweise in der Kamera dazu angezeigt wird. Bei Bruchteilen von Sekunden – also 1/1000 s, 1/125 s usw. – zeigen die Kameras immer nur den Nenner dieses Bruchs an. In meinen beiden Beispielen die 1000 und die 125. Wenn es sich dann um ganze Sekunden handelt, zeigen die Kameras zusätzlich “zwei Gänsefüßchen oben”, das steht für “Sekunde”.

Viele Kameras bieten auch “Bulb” als Belichtungszeit an. Bei dieser Belichtungszeit löst man die Belichtung z.B. durch Drücken des Fernauslösers aus und beendet sie durch ein nochmaliges Drücken des Fernauslösers. Damit sind flexible Belichtungszeiten möglich, die auch länger als 30 Sekunden dauern können.

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WELCHE BELICHTUNGSZEIT WÄHLE ICH WANN?

Blitzaufnahme

Belichtungszeit_Kreisel-0750

Bei dieser Blitzaufnahme habe ich bei einem Gewitterschauer im “Bulb”-Modus insgesamt 64 Sekunden lang belichtet. Der Himmel war fast die gesamte Zeit dunkel, ich habe abgewartet bis ein deutlicher Blitz zu sehen war. Direkt nach dem Blitz habe ich die Belichtung beendet.

Lichtspuren am Kreisel

Belichtungszeit_Kreisel-9314

Bei diesem Bild hatte ich die Kamera auf dem Stativ montiert und habe ebenfalls im “Bulb”-Modus gearbeitet. Ich habe die Belichtung ausgelöst, als ich ein Auto kommen hörte und sie beendet, als das Auto vorbei war. Beim Herausfahren aus dem Kreisel war das Auto etwas langsamer und es fiel etwas mehr Licht auf dieselbe Stelle im Foto, daher ist dort der helle Punkt. Zur gleichen Zeit fuhr ein Auto im rechten Bereich des Kreisels, hier kann man an der rechten Spur erkennen, dass dieses Auto geblinkt hat.

Windräder mit 1/1600 s Belichtungszeit

belichtungszeit_1600-0666

Diese Aufnahme wurde bei mäßigem Wind mit einer Belichtungszeit von 1/1600 s gemacht. Die kleinen Windräder sehen aus, als ob sie stillstehen – tatsächlich haben sie sich aber relativ schnell gedreht.

Windräder mit 1/400 s Belichtungszeit

belichtungszeit_400-0673

Bei dieser Aufnahme habe ich eine Belichtungszeit von 1/400 s gewählt. Das grüne Windrad hat sich in diesem Moment etwas stärker gedreht als die anderen beiden. Man erkennt bereits eine Bewegungsunschärfe.

Windräder mit 1/200 s Belichtungszeit

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Mit der Belichtungszeit von 1/200 s sind alle drei Windräder unscharf dargestellt.

Windräder mit 1/8 s Belichtungszeit

06_Belichungszeit_8-0691

Was bei 1/200 s einfach verunglückt aussah, sieht jetzt mit 1/8 s Belichtungszeit wieder interessanter aus: durch die lange Belichtungszeit bilden sich bunt/weiße Spiralen.

  • Wenn sich das Motiv bewegt und du es trotzdem scharf darstellen möchtest, musst du eine sehr kurze Belichtungszeit wählen. Wie kurz, das hängt von der Geschwindigkeit des Motivs ab – je schneller das Motiv, umso kürzer die Belichtungszeit. Das kann übrigens auch eine Rolle spielen, wenn du bei Wind eine Landschafts- oder Makroaufnahme machst. Durch den Wind bewegen sich die Pflanzen und es kommt schnell zu einer Bewegungsunschärfe.
  • Wenn sich das Motiv bewegt und du möchtest die Bewegung darstellen (so wie bei dem Lichtspuren-Bild) dann musst du die Belichtungszeit so langsam wählen, dass du die Bewegung auch wirklich einfangen kannst. Bei den Lichtspuren musst du also so lange belichten, dass du die gesamte Spur einfängst und nicht nur einen Teil davon, dann würde die Spur plötzlich abbrechen.
  • Wenn du ein stillstehendes Motiv vom Stativ aus fotografierst, spielt die Belichtungszeit keine Rolle. Dann kannst du sie so wählen, dass die Belichtung mit deiner gewählten Blende gut ist.
  • Wenn du aber aus der Hand fotografierst, musst du auch auf die Belichtungszeit achten. Bei einer zu langen Belichtungszeit bewegst du automatisch irgendwann auch die Kamera etwas, und dann ist das Bild “verwackelt”. Mit welcher Belichtungszeit du noch gut aus der Hand fotografieren kannst, hängt auch von der verwendeten Brennweite ab. Je länger die Brennweite, umso kürzer muss die Belichtungszeit für Aufnahmen ohne Stativ sein.

WO STELLE ICH DIE BELICHTUNGSZEIT EIN?

Wie immer hängt das stark von der Kamera ab. Allerdings lässt sich die Belichtungszeit bei den meisten Kameras im Modus S (für Shutter = Verschluss) /TV oder M am Hauptwahlrad bzw. Einstellrad einstellen. Die Belichtungszeit wird dann z.B. angezeigt, wenn du durch den Sucher siehst oder im Display, wenn du den Auslöser antickst. Bei meiner Kamera wird die Belichtungszeit von 1/30 s angezeigt – das ist die “30” ganz links im Display.

Auch wenn deine Kamera etwas anders aufgebaut ist, so zeigt sie auf jeden Fall irgendwo diesen Wert an.

ÜBUNG

Such dir ein Motiv, was sich bewegt. Das kann ein Ventilator sein, Windräder, fließendes Wasser, vom Wind verwehte Pflanzen – egal. Nimm dir die Anleitung deiner Kamera und suche das Kapitel, in dem die Einstellung des Modus S bzw. TV beschrieben ist. Normalerweise befindet sich oben auf der Kamera ein Rad, mit dem du durch Drehen diesen Modus einstellen kannst. Stelle nun wiederum mit Hilfe deiner Anleitung eine sehr kurze Belichtungszeit ein, am besten so kurz wie es bei deiner Kamera geht. Das kann z.B. eine 1/2000 s sein.

Mache ein Foto. Verlängere die Belichtungszeit etwas, mache wieder ein Foto. Das wiederholst du ein paar Mal, bis du bei einer langen Belichtungszeit von z.B. 1/15 s angekommen bist. Achte bei der längeren Belichtungszeit darauf, dass du die Kamera entweder auf einem Stativ oder aber auf einem Bohnensack ablegst. Du kannst dafür auch ein Kirschkernkissen oder so etwas ähnliches verwenden, es geht nur darum, dass du keine Verwacklung in dein Bild bekommst.

Sieh dir die Bilder anschließend an.

  • Welche Auswirkungen hatte die Belichtungszeit auf dein Bild?
  • Wann wurde Bewegungsunschärfe sichtbar?
  • Gibt eine längere Belichtungszeit deinem Foto vielleicht eine kreative Note?

So, jetzt weißt du schon vieles über die Belichtung, die Blende und die Belichtungszeit – das nächste Thema ist der ISO-Wert!

Die Belichtung

Die Belichtung ist der zentrale Bestandteil der Fotografie – hier erkläre ich dir, was dabei passiert.

Die Blende

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die das Licht in die Kamera fällt. Die Größe dieser Öffnung kannst du verstellen und hast somit direkten Einfluss darauf, wieviel Licht du in die Kamera eintreten lässt und somit auf die Helligkeit und die Gestaltung des Bildes.

Der ISO-Wert

Der ISO-Wert bestimmt, welche Lichtmenge für eine korrekte Belichtung erforderlich ist.