Die Weihnachtszeit ist für mich die prädestinierte Zeit für Low-Key-Fotografie. Daher möchte ich Dir heute erklären, was sich hinter Low-Key-Aufnahmen verbirgt und wie Du sie nachmachen kannst. Ich habe mir dabei gleich noch die diesjährige Weihnachtskarte kreiert. Dabei habe ich mit Overlays gearbeitet, die Du Dir unter diesem Artikel herunterladen kannst. Jetzt wünsche ich Dir viel Spaß!

WAS BEDEUTEN “LOW KEY” UND “HIGH KEY”?

Low-Key-Aufnahmen

Ein Low-Key-Foto besteht hauptsächlich aus dunklen Tönen / Pixeln. Es gibt viele Schatten, das Bild wirkt dadurch räumlicher. Das ganze Foto ist relativ dunkel.
Das heißt aber nicht, dass es einfach nur unterbelichtet ist! Das Histogramm sieht tatsächlich ähnlich aus, die Balken türmen sich am dunklen Ende der Skala.
Der Unterschied ist, dass das unterbelichtete Foto zufällig so geworden ist. Es ist zu dunkel, Du kannst die Details nicht erkennen, die Du eigentlich zeigen wolltest. Die dunklen Bereiche, die eigentlich noch Informationen enthalten sollten, sind jetzt einfach nur noch schwarz, Du erkennst keine Details mehr.
Bei einem Low-Key-Foto hingegen spielst Du ganz bewusst mit diesen dunklen Bereichen. Du betonst genau das, was Du betonen möchtest, in dem Du das Licht auf diese Stellen lenkst. Du zeigst nur das, was Du zeigen möchtest und erzeugst Tiefe durch die Schatten. Das ist ein bewusst erzeugtes Foto, eine Stimmung.

High-Key-Aufnahmen

Ein High-Key-Foto besteht hauptsächlich aus hellen Tönen. Es wirkt leicht, frisch, luftig und enthält wenige Schatten und dadurch wenig räumliche Tiefe.
Auch hier sieht das Histogramm ähnlich aus wie bei einem überbelichteten Foto, aber natürlich ist auch hier ein Unterschied festzustellen. Was ich bei unterbelichteten Fotos in den schwarzen Bereichen verliere, verliere ich in überbelichteten Fotos in den weißen Bereichen: Sie sind einfach nur weiß, sie zeigen keine Details mehr. Details, die Du aber eigentlich zeigen wolltest.
High-Key-Fotos haben zwar ähnliche Histogramme wie überbelichtete Fotos, aber trotzdem enthalten sie alle Informationen, alle Details, die Du zeigen möchtest. Du hast das Foto einfach nur sehr hell gestaltet, um diese leichte, luftige Atmosphäre zu erzeugen.
In diesem Artikel werde ich nicht weiter auf High-Key-Aufnahmen eingehen, ich wollte Dir nur zur Einleitung den Unterschied erklären. Das wird dann mal Thema für einen zukünftigen Artikel 🙂
Low KeyHigh Key
viele dunkle Tönesehr helle Töne
viele Schattenkaum Schatten
dunkle Schattensehr helle Schatten
nur wenig Licht, sehr punktuiertviel Licht, von allen Seiten
Wirkung: dramatisch, schwer, mystisch
Wirkung: leicht, frisch, luftig

WELCHE EINSTELLUNGEN WÄHLE ICH FÜR LOW-KEY-AUFNAHMEN

Für ein Low-Key-Foto benötigst du eine dunkle Belichtung. Du musst also bei Deinen Einstellungen darauf achten, dass das Foto eher dunkel wird, während die Automatik der Kamera immer versuchen wird, das Foto “mittel-hell” zu machen. Das zeigt Dir schon, dass Du solche Fotos am besten im manuellen Modus erstellst.

Ansonsten rate ich Dir wie folgt vorzugehen:

  • Die Stellen Deines Motivs, die Du hervorheben möchtest, musst Du mit externen Lichtquellen betonen. Das kann ein externer Blitz oder eine Softbox sein, Du kannst aber auch mit einer Taschenlampe arbeiten. Bei der Weihnachtsbaumkugel weiter unten im Artikel habe ich mit einem externen Blitz gearbeitet, der die Kugel von der Seite angeblitzt hat.
  • Den ISO-Wert stellst Du so niedrig wie möglich ein, denn bei dunklen Fotos ist das Rauschen sehr auffällig.
  • Ich arbeite in der Regel mit einem Stativ, positioniere die Kamera so wie ich es haben möchte und muss mich dann nur noch um die Anpassung der Belichtung und des externen Lichts kümmern.
  • Blende und Belichtungszeit wählst Du jetzt so, dass die Belichtungskorrektur Deiner Kamera deutlich im negativen Bereich steht, also zum Beispiel bei -2. Ich wähle dabei zuerst die Blende, entscheide somit, was in meinem Foto scharf dargestellt wird. Die Belichtungszeit stelle ich dann dazu passend ein, so dass eine -2 entsteht.
  • Dann machst Du eine Probeaufnahme. Ist das Foto dunkel genug? Prima! Ist es zu hell? Dann verkürze die Belichtungszeit oder schließe die Blende etwas. Ist es zu dunkel? Dann verlängere die Belichtungszeit oder öffne die Blende etwas. So tastest Du Dich Schritt für Schritt an das optimale Ergebnis heran.

Du musst Dich übrigens nicht in einem dunklen Raum befinden, es reicht, wenn Du die zu betonenden Stellen etwas mehr beleuchtest als den Rest Deines Motivs und Du dann dunkel belichtest.

UND WAS HAT DAS JETZT MIT WEIHNACHTEN ZU TUN?

Ich habe mir mit Hilfe der Webseite www.canva.com mit der Low-Key-Aufnahme meiner Kerze eine Weihnachtskarte gebastelt. Dafür habe ich in Photoshop verschiedene Texte erstellt, als transparente png-Datei gespeichert und diese dann in Canva über das Foto gelegt. Das hätte ich natürlich auch in Photoshop machen können, da ich aber davon ausgehe, dass meine Leser nicht alle über ein Photoshop-Abo verfügen, habe ich den Canva-Weg gewählt.

Wie du dabei vorgehen kannst, habe ich im letzten Jahr in meinem Artikel beschrieben: Weihnachtskarten gestalten.

Ich wünsche Dir nun eine entspannende Vorweihnachtszeit mit vielen tollen Foto-Momenten! Ach ja, wenn Du Interesse an meinen Weichnachts-Overlays hast, kannst Du sie hier herunterladen.

Sei herzlichst gegrüßt

 

Nicky