Eine Woche Fotourlaub. Ganz allein, an einem Ort, den ich mag. Das habe ich mir schon so lange mal gewünscht – und im letzten Herbst habe ich es wahr gemacht. Eine Woche lang habe ich Sylt unsicher gemacht. Die Gegensätze auf Sylt finde ich wahnsinnig spannend – einerseits Luxus und die oberen Zehntausend, andererseits beeindruckende Naturschauspiele, Schafe und viele, viele Leuchttürme.

Damit ich die Reise auch wirklich antrete und nicht wieder ewig vor mir herschiebe, hatte ich bereits Anfang 2015 eine Woche festgelegt und auch eine Ferienwohnung gebucht. So gab es kein Zurück mehr – die Reise war ja schließlich geplant und angezahlt.

Leider hat es sehr häufig geregnet. Und mit “häufig” meine ich “häufig”. Täglich. Ausdauernd. Die Sonne hat sich dummerweise nur selten gezeigt, das war schon echt gemein. Ich wollte eigentlich viel mehr Zeit draußen verbringen, habe es dann aber doch vorgezogen, hin und wieder meine Klamotten zu trocknen.

An diesem windigen und kalten Tag haben sich nicht viele Urlauber an den Strand getraut. Der Sand wurde in Kniehöhe über den Strand getrieben – keine guten Umgebungs-Bedingungen für meine Kamera. Ich hatte sie zwar in einer Schutzhülle verpackt, aber bei dem Wind hat sich der Sand trotzdem in alle Ritzen gesetzt. Da habe ich mich dann auch nicht wirklich lange am Strand aufgehalten und habe stattdessen bei Gosch die leckeren Thai-Nudeln probiert.

Trotz der widrigen Wetterbedingungen konnte ich ein paar schöne Erinnerungsfotos schießen, von denen ich euch hier ein paar zeigen möchte.

Mit der Ausbeute an Bildern war ich also nicht ganz so zufrieden, es hätten einfach mehr sein können. Stattdessen habe ich meine Photoshop- und Lightroom-Kenntnisse weiter vertiefen können, die Videos von Serge Ramelli und Pavel Kaplun haben mir wieder einmal neue Inspirationen geliefert.

Auf dieser Landkarte siehst du die Positionen markiert, an denen ich die hier dargestellten Fotos gemacht habe – zu besseren Orientierung 😉

Leuchtturm Rotes Kliff

Leuchtturm Kampen

Leuchtturm List-Ost

Leuchtturm Hörnum

Uwe Düne

Keitum

Dünenlandschaft am roten Kliff

Fazit:

  • Beim nächsten Mal würde ich kurzfristiger buchen und eine grobe Wettervorhersage abwarten. Die Sonnenstunden konnte man wirklich an einer Hand abzählen – das hat mich etwas gefrustet.
  • Ich hatte mir eine wirklich niedliche Ferienwohnung gebucht, da habe ich mich auch wohl gefühlt. Die Lage war relativ zentral in Westerland, in ein paar Minuten war ich am Strand und in der Stadt. Aber eine zentrale Lage hat auch einen Preis: der Verkehr auf der Norderstraße ist schon sehr laut – das nächste Mal wird es also nicht Westerland werden. Und ich achte darauf, nicht an einer Hauptverkehrsstraße zu wohnen.
  • Bilder vom leeren Strand von Sylt gibt es nur bei Sandsturm. Bei allen anderen Wetterbedingungen und zu allen Tageszeiten war der Strand wirklich gut gefüllt.
  • Ich hatte mich gut vorbereitet und mir sehr viel vorgenommen. Leider konnte ich das nicht alles abarbeiten – das Wetter war zu schlecht, es war zu voll, nicht immer stand mir die Laune nach dem Plan. Vielleicht sollte man etwas lockerer an so eine Woche gehen und sich etwas mehr treiben lassen.
  • Die Anreise mit dem Sylt-Shuttle hat super geklappt. Aber beim nächsten Mal würde ich das letzte Toilettenhäuschen vor dem Zug nicht ignorieren. Die Fahrt kann lang werden, wenn die Blase drückt.
  • Gut, dass ich mir vor der Fahrt noch die Schutzhüllen gekauft habe, so war die Kamera wenigstens halbwegs geschützt am Strand.
  • Mein Stativ ist zwar relativ schwer, aber ohne Stativ könnte ich viele der Aufnahmen nicht machen. Insbesondere, wenn lange Belichtungszeiten im Spiel sind.
  • Allein zu reisen war für mich ungewohnt und die ersten Tage sind mir etwas schwer gefallen. Aber nach ein paar Tagen hatte ich mich daran gewöhnt und habe es auch genossen.

Und um meine einleitende Frage selbst zu beantworten: ja, Sylt ist auch im Herbst eine Reise wert. Auch bei Regen – aber pack auf jeden Fall die richtige Kleidung ein!