Bald ist wieder Silvester und was liegt da näher, als ein Feuerwerk zu fotografieren? Ich gebe dir hier ein paar Tipps, damit deiner Fotos noch besser gelingen!

VORBEREITUNG: WÄHLE DEINEN STANDORT MIT BEDACHT

Bevor es losgeht solltest du dir Gedanken machen, von wo du die Fotos machen möchtest. Möchtest du hauptsächlich das Feuerwerk aufnehmen? Oder soll das Ganze vor der Kulisse eines bestimmten Gebäudes sein? Oder möchtest du auch die Stimmung in der Menge mit einfangen? Diese Gedanken bestimmen, von wo du die Bilder machst.

Wenn du in der Menge stehst, musst du in Kauf nehmen, dass die Aufnahmen nicht so klar sein werden, da viele Lichteinflüsse, Qualm und Rauch die Qualität der Fotos beeinträchtigen können. Auch ist es schwer, dort einen festen Stand der Kamera sicherzustellen. Du kannst zwar ein Stativ aufbauen, aber im Gedrängel kann das schon mal wackeln.

Möchtest du hingegen die Umgebung mit aufnehmen, eignet sich z.B. ein prägnantes Gebäude oder ein See oder Fluss im Vordergrund. Das sorgt für besonders schöne Reflektionen.

Liegt aber dein Hauptaugenmerk auf dem eigentlichen Feuerwerk, wähle am besten einen etwas erhöhten Standpunkt, z.B. von einem Berg aus. Da ist auch die Gefahr geringer, dass die Aufnahme durch Gedrängel verwackelt.

Nimm dir ausreichend Zeit für deine Vorbereitungen. Du solltest bereits deutlich vor dem Beginn des Feuerwerks die Kamera aufgestellt haben und deine Einstellungen ausprobiert haben – so vermeidest du Stress und Zeitdruck, wenn das Spektakel losgeht.

Leider hängt die Qualität von Feuerwerksaufnahmen immer auch sehr stark vom Wetter ab – wenn es windig und regnerisch ist, steigen die Raketen leider nicht so schön in den Abendhimmel, sie ändern die Richtung und sind unberechenbar. Dagegen kannst du leider überhaupt nichts machen…

AUSRÜSTUNG: WAS BENÖTIGE ICH FÜR FEUERWERK-FOTOS?

Für die Feuerwerks-Aufnahme benötigen wir lange Belichtungszeiten. Damit deine Fotos trotz der langen Belichtungszeit nicht verwackeln, ist ein sicherer Stand der Kamera ein absolutes Muss. Am besten eignet sich natürlich ein Stativ, aber wenn du keines hast, kannst du es auch mit einem Bohnensack, einem Rucksack oder sonst einer stabilen Unterlage ausprobieren.

Aber du musst auch darauf achten, dass du beim Auslösen der Kamera nicht wackelst. Dafür eignet sich ein Fernauslöser sehr gut, wenn du keinen hast, verwende den Zeitauslöser deiner Kamera. Viele Kameras bieten einen Zeitauslöser mit einer um 2s verzögerten Auslösung, die eignet sich natürlich besser als die 10s-Verzögerung.

Wenn du dich auf einen Berg gekämpft hast, um von dort im völligen Dunkeln das Feuerwerk zu fotografieren, kann eine Taschenlampe nützlich sein – es sei denn, du kannst deine Kamera blind bedienen!

Und welches Objektiv solltest du verwenden? Am besten eignet sich wohl ein Weitwinkelobjektiv, damit bekommst du eine möglichst breit angelegte Szenerie aufs Foto und kannst hinterher den besten Bildausschnitt wählen. Wenn du aber eine Rakete im Detail fotografieren möchtest, kannst du auch ein Tele-Objektiv verwenden.

WELCHE EINSTELLUNGEN MUSS ICH WÄHLEN?

Manueller Modus

Am besten fotografierst du Feuerwerke im manuellen Modus. Dazu drehst du das Modus-Wahlrad deiner Kamera auf “M”. Wenn du die Möglichkeit hast, die Bilder anschließend zu bearbeiten, fotografiere im RAW-Format. So kannst du hinterher noch mehr aus deinen Fotos herausholen. Wenn nicht, ist es aber auch nicht dramatisch, dann bleib einfach bei JPGs.

Die Blende

Bei Feuerwerksaufnahmen möchtest du möglichst alles scharf haben und dafür musst du die Blende etwas schließen. Werte von f/8 bis f/16 eignen sich gut für Aufnahmen, am besten du probierst etwas aus, was mit den Lichtverhältnissen am besten funktioniert. Bei der Sony Alpha 55 musst du dafür die +/-Taste drücken und gleichzeitig das Einstellrad drehen, bis der gewünschte Blendenwert im Display angezeigt wird. Bei der Nikon D7100 hingegen drehst du im Modus M das vordere Einstellrad, um die Blende einzustellen. Und bei der Canon EOS 760D stellst du die Blende mit dem Wahlrad auf der Rückseite der Kamera ein.

Tipp: Es ist mir leider nicht möglich, für alle Kameratypen die genauen Schritte zur Einstellung der Blende zu beschreiben. Selbst bei demselben Hersteller kann das von Modell zu Modell unterschiedlich funktionieren. Falls die von mir beschriebene Vorgehensweise bei deiner Kamera nicht funktioniert, sieh bitte in der Anleitung nach, wo der Modus A bzw. AV beschrieben ist.

Quelle: © alphaspirit – Fotolia.com

Die Belichtungszeit

Wenn du die gesamten Flugweg der Rakete auf deinem Foto einfangen möchtest, musst du eine lange Belichtungszeit wählen. Da du vorher nicht weißt, wie lange die Rakete am Himmel zu sehen ist, solltest du den “BULB”-Modus verwenden. In diesem Modus kannst du selbst bestimmen, wann die Belichtung beginnt und wann sie beendet wird. Drehe das Einstellrad deiner Sony Alpha 55 nach links, bis du BULB angezeigt bekommst. Bei der Nikon D7100 kann die Belichtungszeit über das hintere Einstellrad, bei der Canon 760D hingegen mit dem Haupteinstellrad gewählt werden.

Manueller Fokus

Der Auto-Fokus funktioniert im Dunkeln nicht gut, denn er benötigt gute Kontraste zum automatischen Scharfstellen. Daher arbeitest du am besten mit dem manuellen Fokus. Dafür musst du am Objektiv die Fokusmethode auf “M” bzw. “MF” umschalten. Anschließend fokussierst du durch Drehen des Fokusringes am Objektiv auf “unendlich”. Dafür ist am Objektiv häufig eine Markierung angebracht – eine liegende 8.

Der ISO-Wert

Um das Rauschen möglichst gering zu halten, solltest du den ISO-Wert so niedrig wie möglich wählen.

Zielscheibe viele Treffer, Urheber: “Das komplette Portfolio von psdesign1 ansehen”, https://de.fotolia.com/

JETZT KANN ES LOSGEHEN!

Nachdem du jetzt alle Einstellungen vorgenommen hast, kann das Fotografieren losgehen. Im BULB-Modus löst du die Aufnahme durch Hinunterdrücken des Auslösers aus. Den Knopf musst du solange festhalten, wie die Aufnahme dauern soll. Löst du den Auslöser los, wird die Aufnahme beendet. Diese Methode ist allerdings nicht ganz optimal – durch das Halten des Auslöseknopfes kann es zu Verwacklungen kommen. Besser geht das Auslösen mit einem Fernauslöser. Dabei löst du durch Betätigen des Fernauslösers die Aufnahme aus und beendest sie durch ein nochmaliges Drücken des Fernauslösers.

Jetzt wünsche ich dir viel Erfolg beim Fotografieren des nächsten Feuerwerks – die wesentlichen Schritte habe ich in der unten stehenden Info-Grafik zusammengefasst.