In meinem Artikel “Was erwartet Dich im Jahr 2019 auf fototraum.land?” hatte ich dir verraten, dass ich in diesem Jahr auch Artikel zur Bildgestaltung veröffentlichen werden – und dieses ist einer davon! Denn heute werde ich über das sogenannte “Framing” sprechen. Framing meint dabei nicht, dass du ein Foto wortwörtlich einrahmst, sondern dass du in Deinem Foto sozusagen einen Rahmen für Dein Hauptmotiv einbaust. 

Du präsentierst also Dein Hauptmotiv nicht als einziges Bestandteil deines Fotos, sondern du setzt es zu anderen Elementen in Beziehung, du schaffst einen Rahmen für Dein Hauptmotiv. 

WAS ERREICHST DU MIT “FRAMING”?

In erster Linie erreichst Du durch das Framing mehr Tiefe in Deinem Bild. Das Auge kann Dein Hauptmotiv zu den anderen Bildbestandteilen in Beziehung setzen und es dreidimensional einschätzen. Durch den Rahmen wird der Blick des Betrachters zu Deinem Hauptmotiv hingeführt – und das sollte ja immer Dein Ziel sein. 

Das Gesamtbild wirkt aber auch ästhetisch besser und das Foto wird für den Betrachter interessanter.  

Dabei kannst du die umrahmenden Elemente scharf darstellen, du kannst aber auch mit dem Gegensatz “Schärfe und Unschärfe” spielen, was – wie du sicherlich schon gemerkt hast – meine Lieblingsmethode ist. 

Wolfshagen im Harz, aufgenommen mit Sony Alpha 6000, 16-50mm, f/9.0, 1/100s, ISO 100, Brennweite 50 mm

Aufgenommen mit Sony Alpha 6000, 55-210 mm, f/6.3, 1/400s, ISO 640, Brennweite 210 mm

Aufgenommen mit Sony Alpha 6000, 55-210 mm, f/6.3, 1/400s, ISO 100, Brennweite 210 mm

BEISPIEL LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE

Auch in der Landschaftsfotografie kannst du das Framing sehr gut einsetzen. Ich habe Dir ein paar Fotos von meiner Fotoreise nach Berchtesgaden mitgebracht, um Dir den Unterschied zu zeigen. Wir waren früh am Morgen unterwegs und haben auch kein noch so kitschiges Postkartenmotiv ausgelassen. So entstanden auch diese drei Fotos. 

Aufgenommen mit einer Canon EOS 6D, f/11, 1/125s, Brennweite 45 mm. Der Blick ging ohne Rahmen auf die Kirche.

Aufgenommen mit einer Canon EOS 6D, f/11, 1/125s, Brennweite 67 mm. Die Straßenlaterne in diesem Bild ist zwar nur ein einseitiger Rahmen, die Laterne gibt dem Bild aber mehr Tiefe. 

Aufgenommen mit einer Canon EOS 6D, f/18, 1/30 s, Brennweite 75 mm. Der Zweig bildet am oberen Rand einen Rahmen. 

Framing eignet sich auch besonders gut, wenn Du zum Beispiel Gebäude fotografierst, in dem Du Portale, Türen, Fenster oder ähnliches mit in dein Foto einbaust. Leider habe ich dafür keine schönen Beispielfotos. Aber da Du das Konzept besser verstehst, wenn Du Fotos dazu siehst, habe ich Dir diese Seite herausgesucht, die zeigt dir einige Beispielfotos. 

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FRAMING IN DER NACHBEARBEITUNG

Wenn Du bei einem Foto nachträglich den Blick des Betrachters mehr auf das Motiv lenken möchtest, kannst Du das in der Nachbearbeitung durch eine Vignettierung erreichen. Bei einer Vignettierung wird der Rand des Fotos etwas abgedunkelt oder helle gemacht. Das kannst Du zum Beispiel mit Lightroom oder Photoshop machen, das geht aber auch mit Affinity Photo (Filter: Farbe -> Vignette). Wenn Du keines dieser Programme zur Verfügung hast, kannst du die Vignette zum Beispiel auch auf der Webseite www.canva.com erstellen. Du lädst Dein Foto zunächst hoch und kannst es dann mit einem Filter bearbeiten. Ich habe bei Canva.com einen Artikel gefunden, der dir erklärt, wie es funktioniert. 

Allerdings musst Du aufpassen, dass du nicht zu stark mit der Vignette arbeitest, dann wirkt das Foto häufig nicht mehr so ansprechend. 

Krokusfoto ohne Vignette

Krokusfoto mit einer leichten, dunklen Vignette

Krokusfoto mit einer starken Vignette

Krokusfoto mit einer hellen Vignette

Ich wünsche Dir nun viel Spaß beim Ausprobieren und hoffe, dass dieses Stilmittel schon bald in Deine Fotos mit einfließt. 

Sei herzlichst gegrüßt

Nicky

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