Du hast Dir endlich Deinen Traum erfüllt und hast Dir eine neue Kamera gekauft? Du würdest am liebsten sofort loslegen, tolle Landschaftsfotos machen, Momente für die Ewigkeit festhalten, Emotionen einfangen. Aber Du weißt einfach nicht wie Du anfangen sollst?
 
Das kann schon einschüchternd sein, keine Frage! In diesem Artikel gebe ich Dir ein paar Tipps für Deinen Einstieg – ich habe vor ein paar Jahren selbst angefangen und spreche daher sozusagen aus Erfahrung, Du bist also nicht allein 😉 Na, dann lass uns starten!

TIPP 1: YOUTUBE IST EIN TOLLER LEHRER

Gerade wenn die Kamera völlig neu für Dich ist finde ich Videos sehr hilfreich. Und bei Videos fällt mir selbstverständlich immer sofort Youtube ein. Auf Youtube gibt es wahnsinnig viele Fotografie-Videos, in denen Dir erfahrene Fotografen direkt an der Kamera zeigen, welche Knöpfe und Funktionen Du unbedingt kennen solltest. Du musst nicht in einer Anleitung nachsehen, wo der Knopf wohl ist und ihn dann an Deiner Kamera suchen, sondern siehst es direkt im Video und bekommst noch dazu gute Tipps und Erklärungen. Und das alles völlig kostenlos, was willst Du mehr?

Haben Youtube-Videos auch einen Haken? Ehrlich gesagt ja, denn nur vom Titel kannst Du leider nicht erkennen, ob das Video gut gemacht ist und ob es Dir weiterhilft oder nicht. Manche Videos sind wirklich sehr in die Länge gezogen.
Da Du nicht weißt, welche Themen wann besprochen werden musst Du meistens das ganze Video ansehen. Nicht selten stellt man dann am Ende fest, dass das Thema, was einen brennend interessiert hat, leider nicht dabei war. Ein Indikator zur Qualität der Videos können natürlich die „Daumen hoch“ bzw. „Daumen runter“-Bewertungen sein, bei sehr vielen positiven Bewertungen sollte genug gutes Material für Dich enthalten sein.

Übrigens gibt es sogar zum Auspacken der Kamera Videos, die sogenannten „Unboxing“-Videos, in denen Dir jemand (in der Regel ein Technikfreak) zeigt, wie er die Kamera auspackt, welches Zubehör Du in dem Karton findest und was Deine ersten Schritte mit der Kamera sein könnten.

Du möchtest Beispiele? Hier findest Du ein paar:

Wenn Deine Kamera nicht dabei ist, suche einfach bei Youtube nach „Unboxing“ und dem Namen Deiner Kamera, da wirst Du sicher fündig werden.
Also – Youtube ist immer eine gute Quelle, wenn Du etwas dazulernen möchtest, allerdings solltest Du etwas Zeit mitbringen.

TIPP 2: FREUNDE DICH MIT DEM LICHT AN

Ein Foto entsteht durch Licht – daher ist Licht das entscheidende Kriterium für die Qualität Deiner Fotos. Du solltest Licht also in- und auswendig kennen. Licht kann sehr unterschiedliche Stimmungen erzeugen und diese in Deinen Fotos einzufangen ist eine große Herausforderung.
Dabei gibt es so viele unterschiedliche Lichtarten, die Dein Motiv auf unterschiedlichste Arten in Szene setzen können, Du kannst unmöglich alle zu Anfang kennen und einschätzen können.
 
Aber ich möchte Dich ermutigen, vor jeder Aufnahme auf das Licht zu achten.
  • Von wo kommt das Licht?
  • Wirkt die gesamte Umgebung eher hell oder eher dunkel?
  • Sind Schatten zu sehen?
  • Ist es natürliches Licht oder künstliches Licht?
  • Wirkt es eher warm oder eher kalt?
Natürlich ist es am einfachsten zu fotografieren, wenn ausreichend Licht vorhanden ist. Daher versuche am Anfang in hellen Umgebungen zu fotografieren. Dunkle Umgebungen wie z.B. Innenräume sind immer eine Herausforderung und die Qualität der Fotos ist normalerweise deutlich schlechter als in einer hellen Umgebung. Wenn Du also in Räumen fotografierst, positioniere Dein Motiv doch ganz nah am Fenster, denn dort ist es am hellsten.

TIPP 3: NIMM DIE KAMERA REGELMÄSSIG IN DIE HAND

Ganz korrekt ist die Überschrift natürlich nicht, denn es reicht nicht aus, sie nur in die Hand zu nehmen. Gerade zu Anfang ist es wichtig, dass Du regelmäßig Fotos machst, etwas ausprobierst und die entstandenen Fotos dann analysierst. Das hört sich jetzt vielleicht etwas übertrieben an  – „analysieren“. Ich meine damit, dass Du Dir vor der Aufnahme Gedanken machen solltest:
  • Was möchte ich auf dem Foto darstellen?
  • Wie soll die Stimmung sein?
  • Wer ist mein Hauptdarsteller und wie möchte ich ihn in Szene setzen?
Es ist übrigens immer gut, sich bereits vor der Aufnahme Gedanken über das Foto zu machen und nicht einfach drauf los zu knipsen – sonst bleiben es halt in den allermeisten Fällen Schnappschüsse.  Später am Bildschirm kontrollierst Du dann, ob Du Deine Ziele umsetzen konntest. Dabei hilft es Dir natürlich ein paar Notizen zu machen – was war der Plan, was hat geklappt, was nicht.
Anfangen kannst du ruhig im Automatik-Modus, wir wollen Dich ja nicht gleich überfordern. Aber mache wirklich so oft wie möglich Fotos, am besten bei unterschiedlichen Lichtbedingungen. Hier gilt genau wie überall „Übung macht den Meister“. In Zeiten der Digitalfotografie ist das zum Glück kaum noch ein Kostenfaktor, das war früher sicherlich eine größere Einschränkung.

TIPP 4: EINE TEURE KAMERA MACHT NICHT AUTOMATISCH BESSERE FOTOS

Wenn Du mit Deinen Fotos nicht zufrieden bist, ist es natürlich sehr verlockend, Dir durch eine bessere Kamera vermeintlich bessere Fotos zu erkaufen. Davon möchte ich Dir absolut abraten! Der erste Schritt ist immer mit dem vorhandenen Material fotografieren zu lernen. Denn die Kamera bestimmt die Qualität Deiner Fotos nur zu einem kleinen Teil – viel wichtiger ist, dass Du die Zusammenhänge kennst und die Kamera richtig bedienst und damit die Verantwortung für Deine Fotos selbst übernimmst. Also bevor Du dir eine neue Kamera oder auch nur ein Objektiv kaufst, versuche immer erst einmal das Maximale aus dem vorhandenen Equipment herauszuholen.

Auf einem anderen Fotografie-Blog habe ich dazu einen passenden Vergleich gefunden:

Wenn Du Dir gleich eine Profi-Kamera zulegst ist das genauso, als ob Du Dir zum Autofahren-Lernen einen Rennwagen zulegst.

TIPP 5: HOL DIR ANREGUNGEN IM NETZ

Ich liebe ja Pinterest. So viele schöne Fotos, so viele Anregungen. Du kannst Dir Deine Anregungen natürlich auch aus Fotografie-Büchern, Zeitungen oder Kochbüchern holen, das ist eigentlich egal. Aber wenn Du ein Foto findest, was Dir gut gefällt, sieh es Dir genau an. 
  • Welche Perspektive hat der Fotograf gewählt? Von oben? „Auf Augenhöhe“? Schräg auf das Motiv? 
  • Wie hat er/sie den Bildausschnitt gewählt? Ist nur das Hauptmotiv zu sehen oder sind weitere Elemente abgebildet?
  • Wo befindet sich das Hauptmotiv im Foto? Mittig? Rechts? Links? Oben? Unten? 
  • Wie wirkt das Foto auf Dich? Ruhig? Ausgeglichen? Lebhaft?
  • Ist alles scharf oder sind einige Bereiche unscharf? 
  • Von wo kommt das Licht? Von der Seite? Von oben? Schräg von oben? Sind Schatten zu erkennen?
Wenn Du das Foto dann analysiert hast, versuche doch einmal ein ähnliches Foto zu machen. Trau Dich dabei ruhig zu experimentieren, du wirst überrascht sein, wie unterschiedlich die Fotos wirken können. 

TIPP 6: SUCH DIR GESELLSCHAFT

Es ist viel einfacher gemeinsam zu lernen, als wenn Du Dir alles allein erarbeiten musst. Am einfachsten wird es natürlich, wenn Du einen Einsteiger-Kurs besuchst und Du direkt von einem erfahrenen Trainer lernen kannst. Du kannst Fragen stellen, der Trainer kann Dir beim Einstellen Deiner Kamera helfen, er kann dir Tipps zu den verschiedenen Aufnahmesituationen geben – das ist wirklich ideal.
Aber auch wenn Du keinen Kurs besuchen möchtest, gibt es Möglichkeiten. Vielleicht möchte eine Freundin oder ein Freund ebenfalls lernen zu fotografieren – dann macht Euch doch gemeinsam auf den Weg! Natürlich macht es viel mehr Spaß, sich mit Gleichgesinnten auf die Suche nach schönen Motiven zu machen. Du hast vielleicht in dem einen Bereich mehr Erfahrung, dafür Dein Partner in einem anderen Bereich. Besonders interessant wird es, wenn Ihr dasselbe Motiv fotografiert – welche Perspektive wählt der Andere? Warum? Wie sieht das Foto dann aus?
Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit Foto-Walks zu besuchen – dabei treffen sich mehrere Fotografen und erkunden gemeinsam z.B. eine Stadt. Wenn Du dich für einen Fotowalk interessierst, gib einfach in die Suchmaschine Deines Vertrauens „Fotowalk“ und den Namen der Stadt ein, die Dich interessiert. Fotowalks sind nicht teuer und man lernt andere Fotografen kennen und kann von ihnen lernen. Ideal also!

TIPP 7: VERSUCHE DEN AUTOMATIKMODUS SCHRITT FÜR SCHRITT ZU VERLASSEN

Moderne Kameras haben schon sehr gute Automatik-Funktionen und in vielen Situationen sind die Fotos sicherlich gelungen. Aber wenn Du es ernst nimmst mit der Fotografie, wenn Du Deine Fotos selbst gestalten möchtest und Geschichten mit ihnen erzählen möchtest, dann empfehle ich Dir wirklich den Automatikmodus zu verlassen und Dich auf den Weg in den manuellen Modus zu begeben.
So kannst Du noch besser mit Schärfe und Unschärfe spielen und den Hintergrund so wunderschön unscharf einfangen. Du kannst gelungene Gegenlichtaufnahmen machen, bei denen man Dein Motiv noch erkennen kann. Oder stimmungsvolle Bilder im Halbdunkeln. Sicherlich wird das nicht Dein erster Schritt sein, aber wenn Du etwas sicherer geworden bist, solltest Du das auf jeden Fall wagen.
In meiner Grundlagen-Serie erkläre ich Dir die Basics über Belichtung, Blende, Belichtungszeit und ISO, und das alles ganz verständlich, Schritt für Schritt. Trau Dich, Du schaffst das!
 
Haben Dir meine 7 Tipps für Deinen Einstieg in die Fotografie gefallen? Dann fange jetzt an sie umzusetzen – Dein Erfolg wird nicht ausbleiben!
 
Sei herzlichst gegrüßt
Nicky
 
PS: Hast Du Lust noch mehr zu lernen? Dann ist vielleicht mein brandneuer Online-Kurs etwas für Dich: 

VOM SCHNAPPSCHUSS ZUM HINGUCKER

Es tut sich was auf Fototraum.land - ich erstelle gerade einen Fotografie-Online-Kurs für Dich! Dieser Kurs wird "Vom Schnappschuss zum Hingucker" heißen und er wird Dir dabei helfen, endlich bessere Fotos zu machen. Den Automatik-Modus kannst Du bald hinter Dir lassen - so macht das Fotografieren viel mehr Spaß! Wenn Du Dich für diesen Kurs interessierst, trag Dich jetzt in die Warteliste ein. Ich informiere Dich, wenn es Neuigkeiten gibt. 

F O T O G R A F I E R E N.  E I N F A C H.  L E R N E N.