Du hast Deine ersten Gehversuche mit Deiner Kamera gemacht und bist unzufrieden mit dem Ergebnis. Die Fotos sind nicht scharf, zu dunkel, zu hell, du bekommst den Hintergrund nicht richtig unscharf – Deinen Fotos fehlt einfach der WOW-Effekt. Das, was Dir in der Werbung versprochen wurde, konntest Du nur zu einem kleinen Teil erreichen. Hin und wieder gelingt Dir mal ein schönes Foto, aber häufig auch nicht. Schon beginnst Du zu zweifeln – ist die Kamera gut genug? Du hättest doch gleich die größere Kamera kaufen sollen. Oder das teure Objektiv. Wieder am falschen Ende gespart!

Wenn Du so denkst, bist Du nicht allein. Aber glaube mir, Du liegst mit dieser Vermutung völlig falsch. Es ist immer besser, sich zunächst mit den Grundlagen zu beschäftigen als gleich die Ausrüstung zu optimieren. So lange Du nicht weißt, wie Fotografie „funktioniert“, worauf du achten musst, wie Licht wirkt, wie Du ein Foto richtig gestaltest, wie Du richtig fokussierst usw. wirst Du zwar hin und wieder mal ein schönes Foto machen, Deine Fotos werden aber häufig „schlecht“ bleiben und du wirst nicht einschätzen können, ob Du nun wirklich eine bessere Kamera oder spezielle Objektive benötigst.

UNSCHARFER HINTERGRUND

Gerade bei Porträts und Nahaufnahmen magst Du diesen wunderschönen, unscharfen Hintergrund und du bekommst ihn mit deinem Kit-Objektiv nicht hin? Glaube mir, auch ein Kit-Objektiv reicht aus, um einen unscharfen Hintergrund zu bekommen. Zugegeben, ein Kit-Objektiv hat in der Regel eine kleinere maximale Blendenöffnung als ein hochpreisiges Objektiv, also z.B. eine f/4.0. Die Größe der Blendenöffnung ist aber nur einer von vier Punkten, der die Unschärfe des Hintergrunds beeinflusst. Du kannst stattdessen auch darauf achten, dass du mit der größten Brennweite arbeitest, der Abstand zwischen Motiv und Hintergrund groß ist und der Abstand zwischen der Kamera und dem Motiv klein ist. 

FOTOGRAFIEREN BEI SCHLECHTEN LICHTVERHÄLTNISSEN

Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen ist immer eine Herausforderung, das Licht ist nun einmal essentiell wichtig für Deine Fotos. Wenn du mit „schlechteren“ Kameras fotografierst haben Deine Fotos häufig eine Bewegungsunschärfe, da zu lange belichtet werden muss und sich dein Motiv in der Zeit bewegt hat. Für eine korrekte Belichtung muss also der ISO-Wert hochgesetzt werden, so benötigst du nicht ganz so viel Licht. Gerade bei günstigeren Kameras mit Crop-Sensor führt dies aber zu einem erhöhten Rauschen in deinen Fotos – und das möchtest du natürlich vermeiden. Kannst du die Situation retten? Natürlich solltest du immer dafür sorgen, dass möglichst viel Licht da ist, wenn möglich Dein Motiv nah an eine Lichtquelle bringen (z.B. an ein Fenster). Beim Fotografieren solltest Du dann darauf achten, eher zu hell zu belichten als zu dunkel. Denn in den hellen Bildteilen fällt das Rauschen nicht so sehr auf. Das grundsätzliche Problem bleibt aber für alle Kameras dasselbe: Es ist einfach zu wenig Licht da für ein gutes Foto. Nur das Rauschen könnte bei etwas teureren Kameras geringer ausfallen.
Du verstehst die Zusammenhänge zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert noch nicht so richtig? Dann ist es Zeit, sie zu lernen 🙂 Ich habe Dir die Grundlagen in meiner Grundlagenserie und in diesem kostenlosen E-Book zusammengefasst:

FOKUSSIEREN

Dein Kit-Objektiv fokussiert wahrscheinlich nicht ganz so schnell wie das super teure neue Marken-Objektiv. Aber du kannst mit Hilfe der richtigen Fokustechnik schon wahnsinnig viel erreichen. Beschäftige dich also zunächst mit den Fokusmethoden Deiner Kamera und lerne sie einzusetzen. Wenn dir das dann noch nicht reicht (z.B. wenn du schnell bewegte Motive fotografieren möchtest) und du daher einen schnelleren Fokus benötigst, kannst du immer noch ein ein teureres Objektiv investieren. 

FAZIT

Darf ich ehrlich zu Dir sein? Der Weg zu besseren Fotos geht leider nicht über eine neue Kamera. Das wäre zwar schön einfach, das funktioniert aber leider nicht. Denn der entscheidende Faktor für gute Fotos ist nun einmal die Person hinter der Kamera und nicht die Kamera selbst. Fotografieren ist nicht so schwer wie es aussieht und macht viel mehr Spaß, wenn Du die Grundlagen verstanden hast. Dazu gehören einerseits die Zusammenhänge bei der Belichtung, aber auch die Bildgestaltung und das „Sehen“ und das richtige Einschätzen eines Fotomotivs.

Die Zeit, die Du ins Lernen investierst, ist sehr gut investierte Zeit, Deine Fotos werden es Dir danken! Ich kann Dir daher meine Grundlagenserie und das dazugehörige kostenlose E-Book wirklich ans Herz legen. Und was Deine Kamera und Deine Objektive betrifft: Lerne Deine jetzige Kamera erst einmal richtig kennen und teste ihre Grenzen aus. Deine Fotos werden besser werden, wenn Du daran arbeitest. Wenn Du Gestaltungsregeln ausprobierst, viel experimentierst und daraus lernst. Wenn Dir das dann immer noch nicht reicht und Du noch schönere Fotos machen möchtest, dann kannst Du immer noch in besseres Equipment investieren.

Sei herzlichst gegrüßt!

Nicky

VOM SCHNAPPSCHUSS ZUM HINGUCKER

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