Bei den meisten Spiegelreflex- und Systemkameras kannst Du unterschiedliche Objektive verwenden. Als ich angefangen habe zu fotografieren, fand ich das Objektiv-Thema sehr verwirrend. Mir sagten die Namen Zoom-, Tele-, Makro-, Weitwinkel-, Reise- oder Festbrennweitenobjektiv nichts und ich wusste auch nicht, wofür sie nötig sind. Außerdem stand auf jedem Objektiv eine – für mich in dem Moment willkürliche – Zahlen- und Buchstabenkombination, die auf mich wie ein Geheimcode wirkte. 
 
Geht Dir das auch so? Dann werde ich in den nächsten Minuten mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen!

Tipp: Das Objektiv bestimmt entscheidend die Qualität Deiner Fotos, der Kamera-Body ist weit weniger wichtig. Wenn Du also Deine Ausrüstung aufrüsten möchtest, investiere lieber in qualitativ hochwertige Objektive als in einen neuen Kamera-Body. Gute Objektive haben leider ihren Preis – insbesondere die Objektive der Kamera-Hersteller sind sehr teuer. Etwas günstiger sind Anbieter wie Sigma oder Tamron. 

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OBJEKTIVTYPEN

Es gibt sehr viele unterschiedliche Objektivtypen und Objektivbezeichnungen, ein paar davon sind: 

  • Tele-Objektiv oder Zoom-Objektiv
  • Reise-Objektiv
  • Weitwinkel-Objektiv
  • Festbrennweiten-Objektiv
  • Makro-Objektiv

Bei Zoom-, Festbrennweiten-, Tele- und Weitwinkel-Objektiven sagt der Name etwas über die Brennweite aus: 

Die Brennweite ist der Abstand zwischen der Linse und dem sogenannten Brennpunkt. Das ist genau der Punkt, in dem die Strahlen von der Linse in einem Punkt gebündelt werden. Okay, das hört sich sehr technisch an. Was bedeutet das für Dich?

Ganz einfach ausgedrückt: Je kleiner die Brennweite, desto breiter ist der mögliche Blickwinkel, desto mehr bekommst du auf Dein Foto. Allerdings wirkt auch alles sehr weit weg.

Je größer die Brennweite, desto schmaler ist der Blickwinkel und desto weniger bekommst Du auf Dein Foto. Du holst Dein Motiv näher heran. 

ZOOM-OBJEKTIV

Der große Vorteil von Zoom-Objektiven ist, dass Du mit einem einzigen Objektiv verschiedene Brennweiten verwenden kannst. Du drehst einfach an dem Entfernungsring und kannst so heran- oder wegzoomen. Du holst also Dein Motiv näher heran (Brennweite verlängern) oder verkleinerst es (Brennweite verkürzen). 
 
Zoom-Objektive machen immer dann Sinn, wenn Du unterwegs bist, verschiedene Motivarten fotografieren möchtest und dabei das Objektiv nicht wechseln möchtest. Oder wenn sich der Abstand zwischen Dir und Deinem Motiv verändert. 
 
Als Beispiel habe ich Dir hier ein paar Fotos von der Kapelle auf dem Höherberg bei Bilshausen gemacht. Ich hatte die Kamera auf dem Stativ montiert und habe nur die Brennweite durch Drehen des Entfernungsringes verstellt. 

Die Kapelle mit einer Brennweite von 24 mm

… und mit 50 mm

… und mit 105 mm

… und mit 210 mm

… und mit 300 mm

Mit einem Zoom-Objektiv kannst Du somit verschiedene Brennweiten verwenden, ohne das Objektiv wechseln zu müssen. Gerade auf Reisen bietet das natürlich viele Vorteile, denn Du musst nicht so viele Objektive mit Dir herumschleppen und nicht ständig die Objektive wechseln. 

FESTBRENNWEITEN-OBJEKTIV

Die Festbrennweite hingegen bietet – wie der Name schon sagt – keine verstellbare Brennweite, sondern nur eine einzige. Die gängigsten Festbrennweiten-Objektive sind sicherlich das 50mm-Objektiv oder das 35mm-Objektiv, die typischerweise für Portraits verwendet werden. 
 
Mit Festbrennweiten kannst Du also nur mit dieser einen Brennweite fotografieren. Um Dein Motiv näher heranzuholen bleibt Dir nur eines – Du musst näher herangehen. Festbrennweiten bieten viele Vorteile, denn meistens sind sie klein und leicht, lassen sich also gut mitnehmen. Die meisten Festbrennweiten bieten außerdem weit geöffnete Blenden von f/1.8 oder gar f/1.4, dadurch kannst du damit sehr gut mit Schärfe und Unschärfe spielen und bekommst in der Regel ein schönes Bokeh. Da sie außerdem auch günstiger als gute Zoom-Objektive sind, lohnt es sich durchaus über eine Festbrennweite nachzudenken. 

Canon EF 50 mm f/1.8 STM Objektiv, schwarz*

Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G Objektiv (58mm Filtergewinde)*

Sigma 30mm F2,8 DN Art Objektiv (46mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett silber*

Sony SEL-35F18 Standard-Objektiv (Festbrennweite, 35 mm, F1.8, APS-C, geeignet für A6000, A5100, A5000 und Nex Serien, E-Mount) schwarz*

TELE-OBJEKTIV

Ein Tele-Objektiv hat eine verhältnismäßig lange Brennweite, es wirkt im Prinzip wie eine Lupe und holt ein weiter entferntes Motiv optisch näher heran. Schon ab Brenweiten von 70 mm gelten Objektive als Tele-Objektive, sie können als Zoom- oder als Festbrennweiten-Objektive ausgeführt sein. 

Tele-Objektive werden vor allem in der Naturfotografie verwendet, z.B. beim Fotografieren von Wildtieren. Da diese sehr scheu sind und Du nicht so nah an sie heran kommen kannst, kannst Du die Tiere mit dem Tele-Objektiv einfach näher heranholen. 

Auch in der Sportfotografie werden sehr große Tele-Objektive eingesetzt, das hast Du bestimmt schon einmal bei Fußballspielen gesehen, wenn die Sportfotografen alle hinter der Bande mit ihren Kameras und riesigen Objektiven sitzen. Richtig gute Tele-Objektive sind extrem teuer, aber für uns Hobbyfotografen reicht auch die Qualität der etwas günstigeren Objektiven. 

Sony SEL-55210 Tele-Zoom-Objektiv (55-210 mm, F4.5–6.3, OSS, APS-C, geeignet für A6000, A5100, A5000 und Nex Serien, E-Mount) schwarz*

Tamron 16-300mm F/3,5-6,3 DI II C/AF VC PZD Macro für Canon*

Tamron SP 150-600mm F/5-6.3 Di VC USD Teleobjektiv für Nikon*

Panasonic H-FS45150EKA LUMIX G Vario Telezoom 45-150 mm F4.0-5.6 ASPH. Objektiv (90-300 mm KB, O.I.S. Bildstabiliator) schwarz*

WEITWINKEL-OBJEKTIV

Ein Weitwinkel-Objektiv hat eine verhältnismäßig kurze Brennweite. Alles wirkt weit weg und du bekommst relativ viel auf Dein Bild. Auch dieses Objektiv kann als Zoom- oder Festbrennweiten-Objektiv ausgeführt sein. 
 
Weitwinkelobjektive werden vor allem in der Landschafts- und in der Architekturfotografie eingesetzt. 

Tamron 10-24mm F/3.5-4.5 Di II VC HLD Nikon,Objektiv schwarz*

Canon EF-S 10-18mm 1:4.5-5.6 IS STM Objektiv schwarz*

Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM-Objektiv (82 mm Filtergewinde, für Sony/Minolta Objektivbajonett)*

Panasonic H-F007014E LUMIX G Vario Superweitwinkel 7-14 mm F4.0 ASPH. Objektiv (14-28 mm KB) schwarz*

REISEOBJEKTIVE

Der Name „Reiseobjektiv“ wird häufig für Zoom-Objektive verwendet, die einen großen Brennweitenbereich abdecken. Im Idealfall kannst Du alle fotografischen Motive in Deinem Urlaub mit nur einem Objektiv ablichten und musst daher weniger Objektive mit Dir herumtragen. Die kleinste Brennweite startet bei diesen Objektiven häufig bei 18 mm und lässt sich teilweise bis auf 250 mm verlängern. 

Sigma 18-250 mm F3,5-6,3 DC Macro OS HSM Objektiv (62 mm Filtergewinde, für Canon Objektivbajonett)*

Tamron 16-300mm F/3,5-6,3 DI II C/AF VC PZD Macro für Canon*

MAKRO-OBJEKTIV

Makro-Objektive eignen sich für Nahaufnahmen, wenn Du Details im Maßstab 1:1 darstellen möchtest. Das heißt, dass 1 cm Deines Motivs auch auf 1 cm des Sensors abgebildet wird. Vielleicht hast Du schon einmal Nahaufnahmen von Insekten, Libellen oder auch Blüten gesehen, auf denen Du sogar die kleinsten Details deutlich erkennen kannst – das sind Makroaufnahmen. 
 
Makro-Objektive sind häufig sehr teuer, aber wenn Du Dich im Bereich „Makro-Fotografie“ spezialisieren möchtest, gibt es nicht viele Alternativen. Makro-Objektive sind in der Regel Festbrennweiten. 

ACHTUNG: Einige Hersteller verwenden die Bezeichnung „Makro-Objektiv“, auch wenn das Objektiv keinen Abbildungsmaßstab von 1:1 bietet. Die sind dann häufig deutlich günstiger – aber auch deutlich schlechter. Informiere Dich also unbedingt vor dem Objektivkauf genau, welchen Abbildungsmaßstab das Objektiv bietet. 

WO FINDEST DU DIE BRENNWEITE AUF DEINEM OBJEKTIV

Die Brennweite ist bei den meisten Herstellern in Millimetern direkt im Namen angegeben, also z.B. beim “Canon EF-S 55-250 mm 4,0-5,6 IS II“ findest Du die Brennweiten angeben in dem hier fett gedruckten Teil des Namens. Die kleinste Brennweite des Objektivs ist 55 mm, die größte 250 mm, es handelt sich also um ein Zoom-Objektiv. Immer wenn Du zwei Brennweiten findest, kannst Du die Brennweite durch Drehen verstellen. Auf dem Objektiv findest Du diesen Brennweitenbereich ebenfalls, z.B. direkt am Gehäuse des Objektivs.
 
Bei Sony-Objektiven ist die Brennweiten-Angabe etwas schwieriger zu erkennen: Das “Sony SEL 55210“ bietet eine kurze Brennweite von 55 mm, und eine lange von 210 mm. Auch hier kannst Du aus dem Namen die Brennweiten lesen, musst aber die Zahl an der richtigen Stelle selbst trennen. Auf dem Objektiv findest du den Brennweitenbreich (55-210) an mehreren Stellen: 
  • An der Vorderseite des Objektivs an dem Ring, der sich rund um der Linse befindet
  • Außen am Gehäuse, direkt an dem Ende, das an die Kamera geschraubt wird
  • An dem Entfernungsring (55, 70, 100, 135, 210). Ein kleiner Marker zeigt Dir, welche Brennweite gerade eingestellt ist. 
Ein Beispiel für eine Festbrennweite ist zum Beispiel das “SIGMA 30 mm F2,8 DN Art Objektiv“, bei dem Du nur eine Brennweite im Namen findest. Daran erkennst Du, dass es sich um eine Festbrennweite handelt. Und auch hier findest Du die Brennweite noch einmal auf dem Gehäuse. 
 

UND WAS BEDEUTEN DIE ANDEREN ZAHLEN?

Die Zahl hinter der Brennweite beziehen sich in der Regel auf die Blendenöffnung. Sie gibt an, wie groß die maximale Blendenöffnung ist. Wie die sogenannten F-Zahlen aufgebaut sind, erkläre ich Dir im Artikel „Die Blende“, darauf gehe ich jetzt hier nicht näher ein. Bei der Festbrennweite ist es einfach: Das Sigma-Objektiv bietet eine maximale Blendenöffnung von f/2,8. Natürlich kannst Du die Blende auch schließen, aber wenn Du sie maximal öffnest, hast du eine Blende von f/2.8.
 
Bei dem Zoom-Objektiv ist es etwas schwieriger, da siehst du die Angabe „4,0-5,6“, die sich auf die Blende bezieht. Warum sind da zwei Zahlen angegeben? Das ist schnell erklärt: Je nachdem welche Brennweite Du einstellst bietet das Objektiv unterschiedliche maximale Blendenöffnungen. Wenn Du mit der kürzesten Brennweite von 55 mm arbeitest, hast Du eine maximale Blendenöffnung von f/4,0, wenn Du aber eine lange Brennweite von 250 mm verwendest hast Du nur noch eine maximale Blendenöffnung von f/5,6. Das liegt an der Bauart dieses Objektivs, wenn es “voll ausgefahren” ist, wird die Öffnung einfach etwas kleiner. 

WEITERE ZAHLEN AUF DEM OBJEKTIV

In den allermeisten Fällen findest Du noch weitere Angaben auf dem Objektiv. Wenn Du ein Durchmesser-Zeichen auf dem Objektiv findest, bezieht sich das auf das Gewinde, das vorn am Objektiv angebracht ist. Auf diesem Gewinde kannst Du einen Filter schrauben. Da es Objektive mit unterschiedlichen Durchmessern gibt – z.B. 67 mm, 49 mm, 55 mm – gibt es auch die Filter in unterschiedlichen Größen. 

Wenn Du eine Angabe mit den Einheiten ft und m findest, bezieht sich das auf die Naheinstellgrenze. Diese zeigt Dir an, wie nah Du an Dein Motiv herangehen darfst. Gehst Du noch näher an dein Motiv heran, wird also der Abstand zwischen Kamera und Motiv kleiner als die Naheinstellgrenzen, kann das Objektiv nicht mehr Scharfstellen. Es benötigt zum Scharfstellen als Mindestabstand diesen hier angegebenen Wert. 

UND WAS BEDEUTEN DIE ANDEREN ANGABEN IM NAMEN DES OBJEKTIVS?

Okay, jetzt wird es spätestens kompliziert. Die meisten Buchstaben, die der Blende folgen, sind herstellerabhängig und beziehen sich zum Beispiel darauf, ob die Objektive über einen Bildstabilisator verfügen oder welcher Motor für den Autofokus verwendet wird. Die Vielfalt der Abkürzungen hier zu erläutern würde zu weit führen. Auf den Webseiten der Hersteller findest Du Angaben zu den Abkürzungen, wenn es Dich also interessiert, was die Abkürzungen bedeuten, lies bitte direkt auf deren Seite nach. 

Ich hoffe, es hat sich jetzt einige für Dich geklärt, sei herzlichst gegrüßt

Nicky

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