Dieser Artikel ist für Dich, wenn Du absoluter Anfänger bist und Deine ersten fotografischen Schritte mit der Sony Alpha 6000 machst. Du kennst weder den halbautomatischen noch den manuellen Modus und möchtest zunächst mit der Automatik-Funktion ein paar Fotos machen. Du kennst die Kamera noch nicht und möchtest Dich mit den allgemeinen Schritten (Akku einlegen, Objektiv montieren etc.) sowie den vollautomatischen Programmen auseinandersetzen.
 
Für etwas erfahrenereFotografen, die bereits Erfahrungen im Umgang mit Kameras haben und gern den nächsten Schritt gehen möchten, wird dann der nächste Artikel sein. In meinem Artikel “Meine neue Kamera – Alpha Sony 6000” habe ich bereits meine ersten Eindrücke erläutert – jetzt möchte ich Dich als Anfänger bei Deinen ersten Schritten mit dieser Kamera begleiten. 

Tipp: Übrigens sind die neueren Alpha-Modelle 6300 und 6500 ähnlich aufgebaut. Sie haben zwar neuere und etwas bessere Funktionen, die Grundbedienung ist aber sehr ähnlich!

VORBEREITEN DER KAMERA

Bevor du mit der Kamera arbeiten kannst, musst du den Akku und die Speicherkarte einsetzen und den Akku aufladen. Beim Einsetzen des Akkus und der Speicherkarte musst du darauf achten, dass die beiden richtig herum eingesetzt werden. Aber wie ist „richtig herum“? Sony war so nett, auf der Klappe der Kamera eine Skizze zu hinterlassen, so dass Du immer nachsehen kannst und nicht Herumprobieren musst. 

Für das Aufladen der Kamera muss der Akku bereits in der Kamera sein. Dann verbindest Du das mitgelieferte Mikro-USB-Kabel mit dem Netzgerät, in das du wiederum das Netzkabel steckst. An der Kamera-Seite befindet sich eine kleine Klappe (s. Foto), die eine kleine Aussparung hat, hinter die Du mit dem Fingernagel haken kannst. Diese Klappe öffnest Du und steckst das Mikro-USB-Kabel in die obere der zwei Buchsen. Dann noch den Stecker in die Steckdose – und schon lädt der Akku. 

Alternative: Du schließt das Mikro-USB-Kabel direkt an die USB-Buchse Deines Computers an. Dabei sollte der Computer an das Stromnetz angeschlossen sein. 
 
Wie kannst du kontrollieren, ob wirklich geladen wird? Sony hat eine kleine Kontrollleuchte oberhalb von der Buchse angebracht. 
  • Leuchtet diese, ist der Ladevorgang aktiv. 
  • Leuchtet sie nicht mehr, ist der Akku aufgeladen. 
  • Blinkt sie, ist der Ladevorgang unterbrochen. Das kann passieren, wenn die Temperatur zu hoch bzw. zu niedrig ist. 
 
Achte darauf, dass die Kamera beim Laden ausgeschaltet ist, sonst funktioniert das Laden nicht. Sony gibt die Ladezeit für eine vollständige Akku-Ladung mit 310 Minuten an, Du musst also etwas Zeit mitbringen 😉 

MONTIEREN DES OBJEKTIVS

  1. Wenn Du ein Objektiv montieren möchtest, achte immer darauf, dass Du die Kamera zunächst ausschaltest. Im Normalfall kommt deine Kamera mit montiertem Gehäusedeckel. Schraube diesen ab, indem Du ihn gegen den Uhrzeigersinn drehst.
  2. Entferne auch die Schutzkappe vom Objektiv und setze dann den weißen Punkt des Objektivs an dem weißen Punkt an der Kamera an. 
  3. Drehe es dann in Uhrzeigerrichtung fest, drücke es dabei leicht gegen den Kamerabody. Es rastet leicht ein, wenn es in der richtigen Position ist. 

So, jetzt bist Du endlich bereit für Deine ersten Fotos!

DEINE ERSTEN FOTOS

Entferne die Verschlusskappe vom Objektiv durch Zusammendrücken der beiden „Laschen“.
 
Schalte die Kamera an dem „ON/OFF-Schalter“ oben auf der Kamera an. Die Kamera kommt jetzt in den Betriebszustand, das Objektiv fährt in Ausgangsposition – es kann losgehen!

MODUSWAHLRAD

Mit dem Moduswahlrad oben auf der Kamera stellst du die Betriebsart ein. Für Dich sind momentan die beiden Kamera-Symbole interessant – das grüne Symbol mit dem i und der Kamera sowie das goldene Symbol, das zusätzlich noch durch ein „+“-Zeichen gekennzeichnet ist. Das sind die beiden vollautomatischen Programme von Sony, bei denen Du keinerlei Einstellungen selbst vornehmen musst, die Kamera entscheidet alles allein. 
 
Achtung: manche Anfänger verwirrt das „A“ auf dem Moduswahlrad – es wird häufig als „Automatik“ interpretiert. Tatsächlich steht das „A“ für das englische Wort „Aperture“, was im Deutschen „Blende“ heißt. Es ist ein Programm, bei dem der Fotograf die Blende selbst einstellen kann. Das soll uns im Moment noch nicht interessieren – wir konzentrieren uns auf die oben beschriebenen Programme. 
 
Eigentlich kannst du jetzt einfach drauf los fotografieren!
Tipp: Du bist mit Deinen Fotos nicht zufrieden? In meinem Artikel  „Besser fotografieren im Automatikmodus – Tipps für Fotografie-Anfänger” gebe ich dir ein paar einfach umzusetzende Tipps, die Deine Automatik-Fotos schnell verbessern werden. 

WIE FUNKTIONIERT DIE KAMERA IM VOLLAUTOMATISCHEN MODUS?

Beim Fotografieren kannst du entweder das Display verwenden oder den Sucher der Kamera. Die Sony Alpha 6000 verfügt über einen sogenannten Augensensor, der direkt neben der Augenmuschel angebracht ist. Wenn Du Dein Auge in die Nähe der Augenmuschel bringst, wird das Display automatisch ausgeschaltet und das Bild auf dem Sucher angezeigt. Nimmst Du die Kamera wieder vom Auge weg, schaltet die Kamera automatisch wieder auf das Display um. 
 
Hinweis: Der Augensensor kann dabei leider nicht unterscheiden, ob es sich wirklich um Dein Auge handelt, dass sich der Kamera nähert, oder ob du zum Beispiel versehentlich einen Finger vor den Augensensor hältst oder du die Kamera zu dicht an Deinen Körper gezogen hast. Sie schaltet auf den Sucher um, wenn sich „irgendetwas“ vor dem Sensor befindet. Sollte das Display also plötzlich schwarz werden, prüfen als erstes, ob Du den Augensensor verdeckst bzw. nimm die Kamera etwas vom Körper weg. 
 
Wenn Du jetzt den Auslöser halb durchdrückst, untersucht die Kamera den Bildinhalt. Sie sucht nach dem Teil, auf das sie fokussieren soll. Da sie nicht wissen kann, auf was Du den Fokus setzen möchtest, entscheidet sie das im Alleingang… Mal trifft sie deinen Wunsch, mal nicht, um ehrlich zu sein. 
 
Du kannst sie allerdings etwas unterstützen, sie sucht zunächst im mittleren Bereich und weniger am Rand und sie sucht eher vorn als hinten. Achte also darauf, dass Du Dein Motiv entsprechend positionierst. 
 
Wenn die Kamera einen Fokuspunkt gefunden hat, piept sie und du siehst auf dem Display bzw. dem Sucher unten links einen leuchtenden Punkt. Jetzt kannst du auslösen, indem du den Auslöser ganz herunter drückst. Die Kamera zeigt auch ein grünes Rechteck an, wo sie fokussiert. Dieses kann unterschiedlich groß sein, je nachdem, worauf die Kamera tatsächlich fokussiert. 
TIPP: Manchmal kann die Kamera nicht fokussieren, in diesem Fall piept die Kamera nicht und der Punkt blinkt. Das kann zum Beispiel passieren:
Wenn es relativ dunkel und das Motiv weit entfernt ist
Wenn es sich um ein schnell bewegtes Motiv handelt
Wenn Du durch Glas fotografierst
Wenn es wenige Kontraste gibt
Wenn sich das Motiv im Gegenlicht befindet
Wenn das passiert, versuche eine etwas andere Position zu finden und sorge für gute Lichtbedingungen. Dann versuche es noch einmal!

UNTERSCHIED ZWISCHEN INTELLIGENTER AUTOMATIK UND ÜBERLEGENER AUTOMATIK

Sony bietet gleich zwei Vollautomatiken an, die intelligente (grünes Symbol) und die überlegene Automatik (goldenes Symbol). Im normalen Einsatz sollte die intelligente Automatik ausreichen. Die übergelegene Automatik hat ihren großen Vorteil darin, dass sie bei Bedarf mehrere Aufnahmen macht und diese dann zu einem einzigen Foto zusammenfügt. Das funktioniert natürlich nur bei unbewegten Motiven (sonst hätte sich das Motiv während der Aufnahme weiterbewegt). Dieses Vorgehen hat natürlich auch einen Nachteil: es dauert länger. Zunächst müssen mehrere Aufnahmen gemacht werden und dann werde diese noch in der Kamera zu einem neuen Foto verrechnet – das dauert einen Moment. In dieser Zeit sind keine weiteren Aufnahmen möglich und Du musst geduldig warten. Daher eignet sich dieser Aufnahmemodus nicht, wenn du sehr viele Fotos schnell hintereinander machen möchtest. 
 
Hilfreich ist diese Methode hingegen z.B. bei starken Helligkeitsunterschieden in Deiner Szene, z.B. ein heller Himmel und ein dunkler Wald. Die Kamera macht dann ein Foto mit einem korrekt belichteten Himmel (da ist der Wald dann zu dunkel) und eines mit einem korrekt belichteten Wald (da ist der Himmel dann zu hell) und bastelt die Fotos anschließend zusammen. 

KANNST DU ÜBERHAUPT ETWAS AN DEINEN FOTOS ÄNDERN?

Sony geht bei dieser Kamera-Reihe einen neuen Weg. Du sollst die Möglichkeit bekommen, Deine Fotos zumindest etwas zu gestalten, auch wenn Dir Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert noch nichts sagen. Nehmen wir also an, Du möchtest ein Foto im intelligenten Automatik-Modus machen. Du siehst dir das Bild auf dem Display an und stellst fest, dass Dir der Hintergrund zu scharf ist, du hättest ihn gern unschärfer. 
 
Dafür bietet dir Sony jetzt eine Funktion, die „Fotogestaltung“, die Dir auch im Automatik-Modus ermöglicht ein paar Parameter an Deinem Foto zu ändern. 
 
Drücke dazu auf der Rückseite der Kamera auf den unteren Kippschalter des 4-Wege-Schalters. 
Damit Du den Hintergrund unschärfer bekommst, musst Du den Eintrag ganz links wählen.
 
Ganz rechts auf dem Display siehst du jetzt einen Bogen mit einem orangen Punkt, diesen Punkt kannst du durch Drehen des Drehschalters auf der Rückseite der Kamera oder durch Drücken des oberen bzw. unteren Kippschalters verschieben. Wandert der Punkt nach unten, wird der Hintergrund unschärfer (Defokus.), wandert er nach oben, wird er schärfer (scharf). 
 
In meinem Beispiel müsstest Du den Punkt also ganz nach unten wandern lassen und dann auslösen. So kannst du auch im Automatik-Modus Deine Fotos etwas mit gestalten. 

Fotoeffekt: Scharf

Fotoeffekt: Unscharf, defokussiert

Die anderen Gestaltungsmöglichkeiten betreffen die Helligkeit, die Farbtemperatur, die „Lebendigkeit“ sowie einige Fotoeffekte. 

Helligkeit

Die Helligkeit funktioniert ähnlich wie der unscharfe Hintergrund, wandert der Punkt nach oben wird das Bild heller, wandert er nach unten wird das Bild dunkler. 

Fotoeffekt: Hell

Fotoeffekt: Dunkel

Farbtemperatur

Auch die Farbtemperatur unterscheidet sich nicht in der Bedienart, wandert der Punkt nach oben, wird das Bild etwas gelber (= wärmere Farbtemperatur), wandert er nach unten, wird es blauer (=kältere Farbtemperatur). 

Fotoeffekt: Warme Farbtemperatur

Fotoeffekt: Kalte Farbtemperatur

Lebendigkeit

Lebendigkeit ist etwas schwieriger zu beschreiben, insgesamt wird die Sättigung und der Kontrast erhöht, wenn der Punkt nach oben wandert bzw. beide werden herabgesetzt, wenn der Punkt nach unten wandert. 

Fotoeffekt: lebendig

Fotoeffekt: nicht lebendig

Der letzte Punkt bietet einige Fotoeffekte: 
 

Spielzeugkamera

In diesem Modus wirkt das Foto etwa weicher, nicht ganz so scharf. In den Ecken ist das Foto etwas dunkler. 

Fotoeffekt: Spielzeugkamera

POP-Farbe

Die im Motiv vorhandenen Farben werden betont. 

Fotoeffekt: Poppige Farben

Posterisation Farbe

Hier werden die Primärfarben betont, andere werden nicht berücksichtigt. 

Fotoeffekt: Farbige Posterisation

Posterisation S/W

Die Kontraste werden noch mehr hervorgehoben, es entsteht ein abstraktes Schwarz-Weiß-Foto. 

Fotoeffekt: Posterisation Schwarz-Weiß

Retro

Das ist halt irgendwie retro… Das Foto erhält einen leichten Sepia-Farbstich und einen geringeren Kontrast und wirkt so „alt“. 

Fotoeffekt: Retro-Effekt mit Sepia-Tönen

Soft High Key

Dieses Foto wird hell, weich, transparent.

Fotoeffekt: Soft-High-Key

Teilfarbe rot / gelb / blau / grün

Es wird nur die Farbe farbig dargestellt, die ausgewählt ist. 

Fotoeffekt: Teilfarbe, in diesem Fall rot

Hochkontrast-Mono

Mit diesem Effekt bekommst du ein kontrastreiches Schwarz-Weiß-Bild. 

Fotoeffekt: Hochkontrast

Die meisten Bildeffekte sind sicherlich ein wenig Spielerei, aber vielleicht kannst Du den ein oder anderen Effekt doch einmal gebrauchen? 
 
So, das soll es jetzt erst einmal für den Sony-Anfänger-Artikel gewesen sein. Ich hoffe, du konntest jetzt bereits Deine ersten Fotos machen und wirst jetzt regelmäßig Deine Kamera zücken. Und vielleicht bist Du dann schon bald so weit, dass Du mehr lernen möchtest, dann ist auch der nächste Artikel etwas für Dich! 
 
Sei herzlichst gegrüßt!
Nicky