Nachdem ich in den letzten beiden Artikeln zunächst die Kamera und dann den vollautomatischen Modus der Sony Alpha 6000 beschrieben habe, möchte ich jetzt einen Schritt weiter gehen und Dir den Modus “Programmautomatik” vorstellen. Mit ihr gelingt Dir ein weiterer Schritt weg von der Automatik, hin zum manuellen Fotografieren. Und damit eröffnen sich auch neue Möglichkeiten bei der Gestaltung Deiner Fotos. 

Tipp: Übrigens sind die neueren Alpha-Modelle 6300 und 6500 ähnlich aufgebaut. Sie haben zwar neuere und etwas bessere Funktionen, die Grundbedienung ist aber sehr ähnlich!

DARF ICH VORSTELLEN? DIE PROGRAMMAUTOMATIK P

Die Programmautomatik übernimmt die Einstellung der Blende und der Belichtungszeit automatisch, Du musst Dich also nicht darum kümmern, dass die Belichtung korrekt ist. Das heißt, das Bild ist in der Regel bei „normalen“ Lichtverhältnissen weder zu hell noch zu dunkel. Im Gegensatz zu den beiden vollautomatischen Modus hast Du aber die Möglichkeit, das Ergebnis noch etwas zu beeinflussen, indem Du die folgenden Einstellungen änderst:
  • Den Blitzmodus
  • Die Blitzkompensation
  • Die Belichtungskorrektur
  • Das Fokusfeld
  • Den Fokusmodus
  • Den Weißlichtabgleich
  • DieMessmethode 
 
Du kannst diese Einstellungen vornehmen, indem du die FN-Taste auf der Rückseite drückst und dann aus dem Bildschirm-Menü den zu verändernden Wert mit den Pfeiltasten des 4-Wege-Kippschalters (Wahlrad) auf der Rückseite der Kamera auswählst und anschließend den SET-Knopf in der Mitte des 4-Wege-Kippschalters (Wahlrad) drückst. Innerhalb dieser Menüs kannst du wiederum mit den Pfeiltasten eine Option auswählen, die Du dann wieder mit der SET-Taste bestätigst. 
 
Außerdem wählt die Kamera eine Blenden-Belichtungszeit-Kombination aus, die Du durch Drehen des Wahlrades auf der Rückseite der Kamera ändern kannst. 
 
Ich stelle Dir im Folgenden einige dieser Einstellmöglichkeiten vor, damit Du noch bessere Fotos machen kannst: 

DAS FOKUSFELD

Mit Hilfe des Fokusfeldes kannst du der Kamera genau sagen, auf welchen Teil des Bildinhaltes du fokussieren möchtest. Die Sony Alpha 6000 bietet folgende Fokusfelder an: 
 
  1. Breit – Die Kamera verfügt über 179 Auto-Fokus-Punkte, die fast das gesamte Bild abdecken. Wenn du dieses Fokusfeld auswählst, sucht die Kamera sich aus dem gesamten Bild aus, worauf es fokussiert. Diese Einstellung wird häufig bei bewegten Motiven verwendet. 
  2. Feld – Auf dem Display beziehungsweise durch den Sucher siehst du jetzt ein Fokusfeld, das etwa ein Viertel des Bildes abdeckt. Dieses Fokusfeld kannst Du mit den Pfeiltasten des Wahlrades verschieben und so der Kamera zeigen, wo du fokussieren möchtest. Die Kamera wählt dann in diesem Bereich wiederum selbst, auf welche Stelle genau sie fokussiert. 
  3. Mitte – Die Kamera fokussiert mit dieser Einstellung immer genau auf die Mitte des Bildes. 
  4. Flexible Spot – Der „flexible Spot“ ist nichts anderes als ein verschiebbarer Fokuspunkt. Du kannst zwischen klein (S), mittel (M) und groß (L) wählen, in dem du die linken und rechten Pfeiltasten des Wahlrades verwendest. Die Größenauswahl kannst du mit dem SET-Knopf in der Mitte des Wahlrades bestätigen. Anschließend wird Dir der Spot auf dem Display angezeigt und du kannst ihn mit den Pfeiltasten dort hin schieben, wo Du ihn haben möchtest. 

TIPP: Wenn Du als Fokusfeld „Feld“ oder „Flexible Spot“ gewählt hast, musst du zum Verschieben des Fokusfeldes bei zukünftigen Aufnahmen nicht immer über das oben beschriebene Menü gehen. Du drückst einfach nur den SET-Knopf in der Mitte des Wahlrades, dann wird dir das Fokusfeld mit einem orangen Rahmen angezeigt. Diesen kannst Du dann wieder mit den Pfeiltasten verschieben.

DER FOKUSMODUS

Die Sony ALPHA 6000 bietet für jede Situation den richtigen Fokusmodus an: 
  1. AF-S (Einzelbild-AF): Diesen verwendest Du bei unbewegten Motiven. 
  2. AF-A (Automatik-AF): Die Kamera analysiert den Bildinhalt und wählt dann selbst, ob sie mit AF-S oder AF-C fokussiert. Hört sich verführerisch an, wenn Du aber bereits weißt, ob Dein Motiv bewegt oder unbewegt ist, kannst du gleich die richtige Methode wählen, denn dann kann die Kamera sich nicht falsch entscheiden 🙂
  3. AF-C (Nachführ-AF): Diesen verwendest Du bei bewegten Motiven. Du fokussierst mit halb durchgedrückten Auslöser, wenn die Kamera einen Fokus gefunden hat, wird dieser immer mit dem bewegten Motiv mitgeführt. 
  4. DMF: Dieser Fokusmodus erlaubt dir eine Kombination aus automatischem und manuellem Fokus. Du drückst den Auslöser halb durch, die Kamera fokussiert automatisch. Während Du den Auslöser weiterhin halb gedrückt hältst, kannst du mit dem Fokussierung des Objektivs noch nachjustieren. 
  5. MF (Manuellfokus): In diesem Fokusmodus fokussierst Du vollständig manuell, in dem du an dem  Fokussierring des Objektivs drehst. 

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DER MESSMODUS

Der Messmodus bestimmt, wie die Belichtung des Bildes von der Kamera bestimmt wird, genauer gesagt, welcher Teil des Bildes bei der Berechnung berücksichtigt wird. Hier kannst Du aus drei Optionen wählen: 
  1. Multi: Die Kamera teilt in diesem Modus das ganze Bild in mehrere Segmente ein und analysiert für jedes Segment die Helligkeit. Dann berücksichtigt sie alle Segmente und rechnet daraus eine mittlere optimale Helligkeit aus. Das kann schwierig sein, wenn das Bild sehr unterschiedliche helle und dunkle Bereiche enthält. Die dunklen Bereiche werden dann zu dunkel, die hellen zu hell. Vielleicht ist dann kein einziger Teil des Bildes korrekt belichtet. 
  2. Mitte: Die Kamera berücksichtigt auch hier das ganze Bild, allerdings wird der Mitte ein höheres Gewicht eingeräumt, den Randbereichen ein geringerer.  
  3. Spot: Hier wird nur der mittlere Bereich berücksichtigt, die Randbereiche werden nicht beachtet. Dieser Modus kann z.B. bei Gegenlichtaufnahmen sinnvoll sein, wenn der Hintergrund sehr hell ist, Dein Motiv in der Mitte des Fotos aber eher dunkel. Wenn Du dann den Messmodus „Spot“ wählst und das eigentliche Motiv in die Mitte des Bildes setzt, wird der Hintergrund überbelichtet, Dein Motiv aber korrekt belichtet. 

Tipp: Die Sony Alpha 6500 bietet zwei weitere Messmodus an: die Integralmessung (die Helligkeit des gesamten Bildschirmes wird gemessen) und die Highlight-Messung (hier wird die Betonung auf einen zu wählenden Bereich gelegt). 

DIE BELICHTUNGSKORREKTUR

Wenn Dir die Fotos mit den automatischen Einstellungen zu hell oder zu dunkel sind, kannst du die Helligkeit über die Belichtungskorrektur anpassen. Wenn Du diese Funktion über die FN-Taste und die Pfeiltasten ausgewählt hast, bekommst du eine Skala von -5 bis +5 auf dem Bildschirm angezeigt. Die aktuelle Position wird durch einen kleinen roten Pfeil angezeigt. Diesen kannst du mit den Pfeiltasten verschieben. Verschiebst Du den Pfeil nach links, wird das Bild dunkler. Verschiebst Du ihn nach rechts, wird Dein Bild heller. 

In diesem Artikel habe ich Dir ein paar neue Einstellmöglichkeiten Deiner Kamera erläutert. Nun fragst Du Dich vielleicht, warum ich nicht alle oben aufgeführten Punkte erklärt habe? Weil die anderen Einstellmöglichkeiten mehr Hintergrundwissen benötigen, was wir im Moment noch nicht haben. Aber auch mit den hier beschriebenen Einstellmöglichkeiten kannst Du bereits deutlich bessere Fotos machen!
 
Jetzt bist du dran, schnapp Dir Deine Kamera und mache Deine nächsten Schritte auf dem Weg zu besseren Fotos! Ich wünsche Dir viel Spaß dabei – sei herzlichst gegrüßt!
Nicky